Mittlerweile niedergeführter Hochofen 6 der ehemaligen Cockerill Hütte in Seraing(Belgien)
Mittlerweile niedergeführter Hochofen 6 der ehemaligen Cockerill Hütte in Seraing(Belgien)

Die Geschichte von Eisen und Stahl ist eine sehr alte Geschichte.

Schon in der Kupfersteinzeit(ca. 5200 v.chr), also der Abschnitt zwischen Bronze und Jungsteinzeit entdeckten die Menschen das man mithilfe des Feuers Kupfer aus Erz gewinnen konnte. 

Die Entwicklung schritt immer weiter voran. Mit dem Ende der Eisenzeit um 800 v.chr wurden die ersten Eisenerzvorkommen im heutigen Oberösterreich entdeckt. Bis man allerdings aus dem gefundenen Gestein was herstellen konnte, wie Schwerter, Äxte und Gebrauchsgegenstände vergingen dennoch einige Jahrhunderte. In der Antike setzte die Entwicklung der ersten Öfen zur Erschmelzung von Eisenerz ein. Mit diesen sogenannten Rennöfen, war es nun möglich eine "Luppe" zu gießen. Die wie ein Ball aussehende Kugel konnte nun von einem Schmied unter Wasserkraft betriebenen Hämmern auf sogenannten Hammerhütten aus geschmiedet werden. Ab dem 14 Jahrhundert begann dann die Entwicklung der ersten vorindustriellen Hochöfen. 

Mit den Jahrhunderten wuchsen diese Hochöfen wie der Name es schon erklärt immer weiter in die Höhe(Heute haben diese Öfen eine Höhe von über 100 m). Anfänglich wurden die Hochöfen noch mit regional gewonnener Holzkohle betrieben. Ganze Wälder fielen so der Eisenerzeugung zum Opfer. Mit dem Einsatz der ersten Kokskohle nach Erfindung des Kokereiwesens im 18 Jahrhundert wurden die Öfen auf Koks betrieb umgestellt und so effizienter gemacht.

Das Roheisen welches nach dem Abstich aus dem Ofen lief wurde nach Erfindung des Stahls im 18..Jahrhundert in sogenannten "Puddlestahlwerken"(eng. to puddle=umrühren) zu Stahl verarbeitet. Nachdem der Engländer Henry Bessemer in der Mitte des 19.Jahrhunderts die Bessemerbirne entwickelt hatte, wodurch Stahl mithilfe des Einblasens von Sauerstoff erzeugt wurde, wurde die harte Arbeit in den Puddlewerken abgelöst und durch das Bessemerverfahren ersetzt.

Es war das erste verfahren gewesen nachdem sich Stahl in einer relativ kurzen Zeitspanne in großer Menge produzieren lies.  Seit 1879 wurde das Bessemerverfahren durch das Windfrisch bzw. Thomas verfahrenen abgelöst, einige Jahrzehnte später wiederum durch das sogenannte Linz-Donawitz Verfahren, welches bei Voest in Linz erprobt wurde. Das LD-Verfahren wie es auch genannt wurde ist  noch heute im Einsatz. 

 

Und heute: Heutzutage sind der modernen Eisen und Stahlindustrie über 2500 geprüfte Stahlsorten bekannt.

Der meiste Stahl wird heutzutage aus wirtschaftlichen Gründen im sogenannten Elektrolichtbogenofen erzeugt. Hierbei wird die mit Schrott gefüllte Pfanne von 3.Elektroden unter Spannung gesetzt und der Schrott sowie Zuschläge innerhalb kurzer Zeit verflüssigt. Die Temperatur hierbei kann bis zu 10.000 Grad zwischen den Lichtbögen erreichen. Zum Vergleich die Temperatur im Gestell des Hochofens beträgt ca. 2000 Grad.    

 

Denkmalschutz: Nachdem die Stahlkrise ab 1973 in vielen Werken in Europa die Lichter ausgehen ließ, und Bagger ihre Scheren und Hämmer in die Werksanlagen schlugen und ein Hochofen oder Stahlwerk nach dem anderen zu Gunsten eines Neubaus abgerissen wurde, war an Denkmalschutz von Produktionsanlagen des Metallurgiewesens so gut wie noch gar nicht zu denken. Anders als bei Anlagen des Bergbaus, tat man sich Anfänglich schwer Industrieelle Großhochöfen und deren Nebenanlagen unter Denkmalschutz zu stellen. Lediglich kleine, Vorindustrieelle Anlagen wie der sächsische Hochofen von Brausenstein oder die Wendener Hütte im Siegerland oder 1968 im Englischen Coalbrookdale wo die Produktionsanlagen der dortigen Hütte in ein Freilichtmuseum umgebaut wurden bekamen das Prädikat Denkmalschutz. Ein Umdenken zum Erhalt von Großhochöfen setzte in einigen Ländern erst zum Ende der 1980er beginn der 1990er Jahre ein. In Deutschland beispielsweise 1992 mit dem Erhalt der Hochöfen 1,2,5 im Duisburger Landschaftspark oder 1994 alle 6 Öfen der Völklinger Hütte. 2001 folgte in Uckange(Frankreich) der Hochofen U4 des Unternehmens Lorfonte. 2000 die Öfen A und B der Arbed Belval im Luxemburgischen Esch sur Alzette....

 

man erkannte nun das auch Produktionsanlagen des Hüttenwesens einen wichtigen Teil der Montanindustrie darstellen. Viele Anlagen wurden einer neuen Nutzung zugeführt. Einige wurden als Aussichtspunkte für den Publikumsverkehr freigegeben, andere wiederum sind Teil eines Bürokomplexes. Als Landmarke sind einige dieser durchaus bemerkenswerten Exemplare bei Einbruch der Dunkelheit beleuchtet wie  die Öfen 1,2 und 5 im ehemaligen Meidericher Hüttenbetrieb oder der Hochofen 3 der Henrichshütte Hattingen.